
Papst Benedikt XVI. hat am Samstag, 26. September 2009, das Prager Jesuskind gekrönt und dabei dieses Gebet gesprochen. Die Krönung durch den Papst stellt die höchste Ehrung dar, die die römisch-katholische Kirche für Bilder Jesu Christi und der Gottesmutter kennt. Der Präsident von "Kirche in Not", Pater Joaquín Alliende, kommentierte: "Die Geste des Heiligen Vaters drückt eine tiefe Wahrheit aus. Christus ist bereits als Kind ein König. Das Jesuskind ist der einzige König, der in der Welt Frieden stiften kann."
Das Prager Jesuskind gilt als Geschenk der heiligen Theresa von Avila an eine spanische Adelige. Als Hochzeitsgeschenk an deren Tochter gelangte es 1556 nach Prag. Seit 1628 steht das Gnadenbild in der Karmeliterkirche "Maria vom Sieg" auf der Prager Kleinseite. Dort durchlebte der "Kleine König" eine bewegte Geschichte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Prager Jesulein von sächsischen protestantischen Soldaten geschändet. Sie hackten seine Hände ab, warfen die Figur auf einen Schutthaufen hinter dem Altar und vertrieben die Karmelitenpatres. Einige Jahre später wurde das Gnadenbild von Pater Cyrillus a Matre Dei, einem großen Verehrer des Prager Jesuleins, wiedegefunden. Die Legende erzählt, das Jesuskind habe ihn inständig darum gebeten, seine Hände zu reparieren, und habe ihm versprochen: "Je mehr ihr mich ehren werdet, desto mehr werde ich euch segnen!" In der Folge blühte die Verehrung des Prager Jesuskinds wieder auf und breitete sich über den ganzen Erdball aus.
Heute kommen jedes Jahr mehr als eine Million Pilger in die Kirche "Maria vom Sieg" in Prag, um beim Prager Jesuskind Trost und Hilfe zu erfahren und ihm ihre Verehrung zu bezeugen. Dem Gnadenbild werden zahlreiche Wunder und Gebetserhörungen zugeschrieben. Das Prager Jesuskind diente zudem als Inspirationsquelle für das weltbekannte Buch "Der Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry.
Aus: "Katholische Wochenzeitung" 41/2009, 9. Oktober, Schmid-Fehr AG, CH-9403 Goldach: kwz@schmid-fehr.ch
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